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President, Geschäftsführer - Leiter des Teams oder Leitungsteam

Eines der Fragen, welche immer wieder gestellt wird ist, weshalb man nicht auch in den USA einfach ein dem europäischen Muster von partnerschaftlich und weit gehend gleichberechtigt neben- und miteinander arbeitenden Management- Teams (Geschäftsführungen) einsetzen könne.

Die Vorteile scheinen auf der Hand zu liegen: Verteilung der Last der Gesamtgeschäftsleitung auf mehrere Schultern, breitere Wissens- und Persönlichkeitsbasis bei Entscheidungen welche die langfristige Geschäfts- Entwicklung bestimmen, gegenseitige Beratung und Unterstützung (so einer der 'Leiter' krank oder im Urlaub ist), weniger Verantwortung für den Einzelnen, höhere Stabilität und Kontinuität auf der Entscheidungsebene, gegenseitige Kontrolle (sicher ein Argument vonseiten der Mutter- Gesellschaften); und nicht zuletzt die Tatsache, dass man dies ja schließlich so auch in der Zentrale handhabe (Vereinheitlichung von Strukturen ist doch nicht schlecht?)

Jedoch kaum ein anderer Wunsch europäischer Firmenzentralen stößt in den USA auf so viel Widerstand wie der nach Management-Teams von gleichberechtigten Führungskräften.

Nicht selten wird hinter dieser ablehnenden Haltung das Bemühen der lokalen Manager nach Einzelmacht und Positionsfestigung vermutet. Nichts jedoch könnte dem ferner sein als die Vermutung, dass hier alleine Einzel- Personen ihre Vorteilen suchen.

Tatsache ist, dass das, im lokalen Umfeld geformte, Denken und Selbstverständnis amerikanischer Manager eben sehr unterschiedlich von dem ihrer europäischen Kounterparts ist.

Es ist nun einmal im durchgehend hierarchisch geformten Gefüge der amerikanischen Firmen (und der Gesellschaft im Allgemeinen) nicht erkennbar, wie ein solches 'partnerschaftliches' Leitungsgefüge funktionieren soll. Es gibt keine eingeführten und allgemein anerkannten Regeln und Erfahrungsmuster (oder auch nur Rechtsvorschriften) wie man den nun miteinander umzugehen habe.

Und die Mitarbeiter sind im Normalfalle eher mehr verwirrt als positiv angetan von dem Vorhandensein mehrerer 'Chefs'. Im ,hire- und fire' Umfeld amerikanischer Firmen gehört es nun aber einmal einfach zum Überlebens- Rezept, zu wissen, auf wessen Anweisungen und Erwartungshaltungen man besser einzugehen habe.

Es gibt immer wieder einmal Versuche (nicht zuletzt nach dem Zusammen- Schluss zweier Firmen) mit solchen Co-Management-Strukturen; funktioniert oder auch nur länger gehalten haben solche Experimente aber eigentlich noch nie richtig.

Wie bei so vielen Dingen des Geschäfts- und Alltagslebens, gilt auch hier die Regel: Es ist im Normalfalle besser (und weniger energieaufwendig) sich an die eingeführten Strukturen und Regeln eines Marktes anzupassen und sich besser darauf zu konzentrieren diese zu optimieren, als Experimente mit dem etablierten System fremder Geschäftswelten durchzuführen.

Soweit dies für die Rekrutierung von Top-Führungskräften gilt, würde kein selbstbewusster amerikanischer Manager mit CEO- oder President- Pedigree eine Einstellung als Mit-Geschäftsführer akzeptieren.

Nicht nur wäre er verunsichert, wie er sich zu verhalten habe (was denn nun die Regeln seien), es wäre aber auch ihm und allen anderen Mitspielern im Markt (Untergebene, Kunden, Lieferanten, aber auch Personalberatern und potenziellen zukünftigen Arbeitgebern) klar, dass er sich 'unter Preis verkauft habe'; eine solche Wahl würde deshalb eher als Rückschritt in der Karriere des Managers angesehen. Wenn man einbedenkt, dass der typische Jung-Manager in den USA bereits auf der Hochschule lernte, dass Karriere- Planung die zentrale Grundlage einer erfolgreichen Laufbahn ist, geht ein selbstbewusstes Managementalent kaum ein solches Risiko ein.

Im Zweifelsfalle ist deshalb eine solche Leitungsstruktur oft nur für die lokalen Europäer (die damit etwas anfangen können) akzeptable.

Eine Limitierung, welche nicht immer angemessen ist.


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